verkehr

Rettungsgasse

Gepostet am Aktualisiert am

Leben retten auf der Straße

Stell dir vor, du stehst im Stau und plötzlich hört man in der Ferne Sirenen. Rettungskräfte eilen herbei, um Leben zu retten – doch der Verkehr scheint unüberwindbar. Jetzt heißt es: Rettungsgasse bilden!

"Faustregel" zum Bilden einer Rettungsgasse
Grafik: Johannes Kalliauer, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons

Wann bildet man eine Rettungsgasse?

Eine Rettungsgasse sollte immer dann gebildet werden, wenn es auf einer mehrspurigen Straße zu einem Stau oder stockendem Verkehr kommt.

Wie bildet man eine Rettungsgasse?

Auf Autobahnen oder Straßen mit mindestens zwei Fahrstreifen pro Richtung bilden Autofahrer die Rettungsgasse, indem die Fahrzeuge auf dem linken Fahrstreifen nach links und Fahrzeuge auf dem rechten Fahrstreifen nach rechts fahren. In der Mitte entsteht dann eine freie Gasse für Einsatzfahrzeuge.

Warum bildet man eine Rettungsgasse?

Eine Rettungsgasse dient dazu, Einsatzfahrzeugen wie Krankenwagen, Feuerwehr oder Polizei einen schnellen Zugang zum Unfallort zu ermöglichen. Dadurch werden wertvolle Minuten gewonnen, die im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden können.

Warum nutzen Helfer nicht einfach den Standstreifen?

In vielen Fällen ist auch der Standstreifen durch Fahrzeuge belegt. Fahrer können aus verschiedenen Gründen auf dem Seitenstreifen stehen, z. B. wegen einer Panne oder aus Unkenntnis. Wenn Rettungsfahrzeuge den Standstreifen benutzen, können sie auf weitere Hindernisse stoßen und behindert werden. Außerdem ist der Standstreifen in der Regel schmaler als die Hauptfahrbahn und möglicherweise weniger gut gepflegt.

Wie bringe ich andere Autofahrer dazu, die Rettungsgasse freizumachen?

Indem du selbst als verantwortungsvolle*r Verkehrsteilnehmer*in vorangehst und die Rettungsgasse bildest. Wichtig ist, langsam und vorausschauend zu fahren, zu blinken und den nachfolgenden Verkehr auf die Rettungsgasse aufmerksam zu machen.

Wie lange muss die Zufahrt zum Unfallort freigehalten werden?

Die Rettungsgasse muss so lange freigehalten werden, bis alle Einsatzfahrzeuge den Unfallort passiert haben und sich der Verkehr wieder normalisiert hat. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass die Rettungsgasse nicht vorzeitig aufgelöst wird, um Staus oder Verzögerungen zu vermeiden.

Die Bildung einer Rettungsgasse ist nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern auch eine Frage der Solidarität und des Verantwortungsbewusstseins im Straßenverkehr. Alle Autofahrer können damit einen wichtigen Beitrag zur Rettung von Menschenleben leisten. Wer weiß, wann und wie eine Rettungsgasse gebildet wird, und andere Autofahrer dazu anhält, diesem Beispiel zu folgen, kann  dazu beitragen, dass Einsatzfahrzeuge schnell und sicher zum Unfallort gelangen.

Bitte drück mich!

Gepostet am Aktualisiert am

Wir warten täglich an Ampeln. Nicht nur während der Fahrstunde, sondern auch wenn wir die Südliche überqueren, zur Schule gehen oder zum Kino wollen. Mit schlafwandlerischer Sicherheit drücken wir den Knopf, warten und laufen los. Aber mache Ampeln haben gar keinen Knopf. Warum?

Ohne Ampeln, im Deutsch der Straßenverkehrsordnung auch „Lichtsignalanlagen“ genannt, wäre das Chaos vermutlich groß. Ampeln regeln den Verkehr und entschärfen gefährliche Verkehrssituationen. Fußgängerampeln ermöglichen zusätzlich auch Nicht-Autofahrern das sichere Überqueren und verbieten es bis zu 20 Metern daneben.

An einigen Fußgängerüberwegen finden sich Druckknöpfe oder Taster, die der Ampelanlage ein Signal geben, dass hier jemand die Straße überqueren möchte. „Das sind sogenannte „Bedarfsampeln“, sie melden einen Bedarf an, wenn jemand die Straße überqueren möchte“, erklärt Hubert Hentschel. Das Ampelsignal werde dann in den Schaltungsrhytmus der Ampelanlage eingeschleust und bei der nächsten Möglichkeit für die Fußgänger auf grün geschaltet.

Und dann gibt es noch Ampeln, die die Rot- und Grünphasen automatisch schalten. Daher ist hier kein Taster erforderlich.

Ob eine Ampel einen Taster hat oder nicht, hängt also davon ab, ob der Fußgänger sie bewusst ansteuern kann oder ob die Grünphase parallel zur Autoampel geschaltet ist.

#ProTip: Blindenampeln haben den Druckknopf an der Unterseite.

Cooler Ampelroboter regelt den Straßenverkehr

Gepostet am Aktualisiert am

roboter-regelt-den-verkehrWar das jetzt noch dunkelgelb oder schon rot? Wir sind uns selbst gegenüber da mal nicht so streng, es war sicherlich gelb und es hat eh keiner gesehen. Und wenn kein Rot-Blitzer reagiert hat, muss man auch nicht mit Konsequenzen rechnen.

Zum Glück kommt das Überfahren von roten Ampeln eher selten vor und bleibt meistens unfallfrei. Anders in Kinshasa. In der kongolesischen Hauptstadt kommt es immer wieder zu tödlichen Verkehrsunfällen. Zum Teil weil Ampeln ignoriert werden oder einfach nicht so zuverlässig funktionieren, wie wir es gewohnt sind. Aber auch weil bei einige Hauptverkehrsstraßen die Schlaglöcher repariert wurden. Da man nun nicht mehr langsam um die Löcher herum manövrieren muss, brettern viele Autofahrer einfach über die Straße ohne auf andere Verkerhsteilnehmer zu achten.

Damit man sich wieder sicher auf der Straße bewegen kann, setzt die Verwaltung von Kinshasa auf Verkehrsroboter. Die großen Metallmänner sollen an Hauptverkehrspunkten den Verkehr regeln. Solarbetrieben und für den Nachtverkehr mit Infrarotsensoren ausgestattet piepsen, blinken und heben den Arm, wenn die Autos stoppen sollen. Die Idee klingt erstmal interessant, aber warum braucht es dafür Maschinen? Können das nicht, wie bei uns, einfach Polizisten übernehmen?

Kinshasa, mit über 9 Millionen Einwohnern, hat ein stark unterentwickeltes Verkehrssytem. Täglichen werden die Straßen von Staus lahmgelegt. Nur wenige Straßen sind geteert und einen halbwegs funktionierenden öffentlichen Nahverkehr gibt es ebenfalls nicht. Polizisten gehen in diesem Chaos daher nahezu unter.

Die Roboter können dank ihrer Größe die Rot-Grün-Phasen übersichtlicher steuern und haben Kameras eingebaut, die erkennen wann die Autos halten. Durch die integrierte Technik können auch Verkehrssünder leichter überführt werden. Die Kamerabilder werden live in die Verkehrszentrale übertragen, sodass Verstöße leichter geahndet werden können. Das sorgt dafür, dass Autofahrer sich eher an die Verkehrsregeln halten und auch Fußgänger sicher die Fahrbahn überqueren können.

Der solarbetriebene Verkehrsroboter ist eine Erfindung des kongolesischen Verbandes „Frauen in die Technologieberufe“. Drei Frauen haben die Roboter mit dem Ziel entwickelt, vor allem Kinder ein sicheres Überqueren der Fahrbahn zu ermöglichen. Im ganzen Kongo gibt gerade einmal 74 Ampeln, auf einer Fläche so groß wie Westeuropa. Doch die Ampeln funktionieren nur unzuverlässig, da es viele Stromausfälle gibt.

Ein weiterer positiver Effekt ist, dass Verkehrsrowdys jetzt gezwungen sind ihre Strafen zu zahlen. Was in Deutschland durch die Städte und Gemeinden geregelt ist, ist im Kongo ein echtes Problem. Kaum jemand zahlt hier freiwillig das Bußgeld, die Konsequenzen scheinen gering.

Fun Fact: In einigen Teilen von Afrika heißen Ampeln nicht „traffic lights“ sondern „robots“.